Teil 2. Zeckeninvasion

Die Frühlings- und Sommerzeit ist wohl die schönste Zeit für uns Hundebesitzer und unsere liebsten Vierbeiner, denn wir verbringen gerne unsere Freizeit draußen in der Natur, erkunden neue Wege und das am liebsten bei warmem Wetter! Nicht nur uns gefällt die warme Jahreszeit, sondern auch einigen Parasiten, welche wir ungern in unserer Nähe haben.

Wie im ersten Teil beschrieben gibt es sowohl im Frühling als auch im Sommer einige natürliche Umwelteinflüsse, die unseren Vierbeiner vor eine nicht immer kleine Herausforderung stellen und zum Teil wirklich eine gesundheitliche Gefahr darstellen. Umso wichtiger ist es, einige Faktoren zu beachten und etwas dagegen zu tun, damit unser geliebter Vierbeiner entspannt und geschützt durch die wohl schönste Zeit des Jahres Gassi gehen kann.

Wir kennen es alle, die Temperaturen steigen, die Wiesen fangen an zu blühen und das Gras wächst.

Zeit, raus zu gehen!

Wenn da nicht immer die Sorge vor den fiesen Wiesenbewohnern wäre. Nach langen Spaziergängen kehren wir Heim und müssen erst einmal gründlich unseren Hund nach Zecken absuchen und nicht selten finden wir einige, versteckt im Unterfell.
Die Zecken sind unangenehm, nicht selten können aus den Bissstellen kleine Entzündungen entstehen, welche wir meistens in den Griff bekommen. Leider besteht aber auch ein Risiko der Übertragung von ernstzunehmenden Krankheitserregern und damit wollen wir uns im Folgenden einmal beschäftigen.

Zeckenarten und ihr Vorkommen:
Die häufigste Zecke, die bei uns und in Europa beheimatet ist, ist die Schildzecke. Zu dieser Art gehören auch die Braune Hundezecke, der Gemeine Holzbock und die Auwaldzecke, welche auch Buntzecke genannt wird.  Sie halten sich am liebsten in feuchten und warmen Gebieten auf und bevorzugen Schatten und Wiesengras. Trockenheit und direkte Sonneneinstrahlung schätzen sie nicht. Sie leben gerne in der Nähe von Gewässern und im Unterholz und somit gern in Bodennähe. Dass sie sich von Bäumen fallen lassen, ist ein Irrtum. Die Zecken werden schon ab 7°C aktiv. Sie überstehen jedoch auch niedrigere Temperaturen sehr gut, sodass der letzte milde Winter ein Vorteil für sie war. Durch milde Winter erfrieren weniger Parasiten und durch die wärmeren Temperaturen sind sie über einen längeren Zeitraum im Jahr aktiv. Somit lässt sich eine Zeckenaktivität von Februar bis November feststellen, in der wir aktiv vorbeugen müssen.

Zecken sind Krankheitsüberträger:
Da die Zecke bei ihrem Saugvorgang am Hund, dem Wirt, die nahrhaften Bestandteile des Blutes filtern und nicht brauchbare Flüssigkeit wieder in den Wirt zurückgeben, können so auch Krankheitserreger der Zecke in den Wirt gelangen.

Die wichtigsten Krankheiten in Deutschland, die durch Zecken übertragen werden können und eine Gefahr darstellen auf einen Blick:

  • Anaplasmose, eine durch den gemeinen Holzbock übertragene Bakterieninfektion. Häufigstes Symptom ist hohes Fieber.
  • Babesiose, eine durch die Auwaldzecke übertragene Infektion durch Babesiose-Erreger. Häufigste Symptome sind hohes Fieber und dunkler Urin. Kann zu Nierenversagen und Schädigung des Zentralen Nervensystems führen.
  • Borreliose, eine durch den Gemeinen Holzbock übertragene Infektionskrankheit durch Borrelia-Bakterien. Häufig symptomfreier Verlauf, gegebenenfalls Fieber, Müdigkeit und Appetitlosigkeit.
  • Frühsommer- Meningoenzephalitis (FSME), eine durch verschiedene Zeckenarten übertragbare Virusinfektion. Häufigste Symptome sind Fieber, neurologische Störungen, Schmerzen und Bewegungsstörungen.

Wie beugen wir vor und was können wir tun, um endlich zeckenfrei zu sein?
Da nicht alle Zeckenarten in ganz Deutschland oder Europa vorkommen, ist zunächst einmal wichtig, sich ausführlich zu informieren, bevor man bestimmte Urlaubsgebiete bereist. Es gibt Regionen, in denen bestimmte Erkrankungen auftreten, die durch die Zecke übertragen werden können. Damit diese Krankheiten gar nicht erst übertragen werden können, sollten wir immer gut vorbeugen. Da nicht gegen alle hier verbreitete Erregerarten geimpft werden kann, ist ein manueller Schutz gegen die Zecke zu empfehlen.

Es gibt eine Vielzahl an Optionen sich und sein Tier gegen Zecken zu schützen und eine mindestens ebenso große Diskussion und Meinungsverschiedenheit um das richtige Mittel zum Schutz der Tiere.

Eine Möglichkeit sind Anti-Zecken-Mittel, die beim Tierarzt erhältlich sind. Diese verhindern oft den Einstich der Zecke und somit auch die Übertragung von Krankheitserregern. Es gibt diese Präparate in verschiedenen Variationen: als Kautablette, Spot-On Präparat oder als Halsband. Ob man diese Mittel bei seinem Hund einsetzen möchte oder nicht, muss natürlich jeder Hundehalter selbst entscheiden.

Neben diesen Präparaten gibt es weitere natürliche Mittel gegen Zecken. Von einigen Hundehaltern werden Bernsteinketten zur Zeckenabwehr eingesetzt. Nicht alle Hunde tragen jedoch gern so eine Bernsteinkette, aber auch hier empfiehlt es sich sowohl die Wirkung als auch die Verträglichkeit zu testen.

Verschiedene ätherische Öle, die auf das Fell des Tieres aufgesprüht werden, können Zecken ebenfalls fernhalten. Hier ist zu beachten, ob das Fell des Vierbeiners das Mittel verträgt. Auch Mittel, die ins Ohr einmassiert werden und z.B. Teebaumöl enthalten, können zur Vorbeugung gegen Zecken eingesetzt werden.

Kokosöl ist ein weiteres beliebtes Mittel gegen Zecken. Kokosöl enthält Laurinsäure, auf die viele Zecken mit Abneigung reagieren. Das Öl wird in der Handfläche flüssig und kann dann ins Fell des Hundes eingerieben werden. Ein schöner Nebeneffekt sind der angenehme Geruch und die generell pflegende Wirkung dieses Öls. Der Hund muss allerdings immer wieder aufs Neue mit dem Öl eingerieben werden.

Die Mittel und die Möglichkeiten zur Zeckenabwehr sind vielzählig und es bleibt festzuhalten, dass jeder Hundehalter nicht darum herumkommt, für sich selbst zu testen und abzuwägen, welches das richtige Mittel ist.

Nach langen Spaziergängen im Wald oder auf der Wiese sollte das Absuchen des Hundes trotz des Einsatzes eines Zeckenmittels immer stattfinden. Hat sich eine Zecke dennoch festgesaugt, dann gilt es Ruhe zu bewahren und die Zecke schnellstmöglich mit einer Zeckenzange entfernen. Je schneller die Zecke entfernt ist, desto geringer ist die Chance, dass Krankheitserreger übertragen werden können. Es sollte immer darauf geachtet werden, dass die Zecke vollständig entfernt wird und beim Herausziehen nicht gequetscht wird.

Auch wir sollten uns immer nach einem schönen Spaziergang absuchen, denn die Zecke macht keinen Unterscheid, ob Hund oder Mensch!

Wir lassen uns die Freude an langen Spaziergängen trotzdem nicht verderben, schon gar nicht von den kleinen fiesen Zecken, denn wir können Vorbeugen und dann steht einem Wiesenspaziergang nichts mehr im Wege!

Welche Erfahrung habt ihr mit Mitteln gegen Zecken gemacht und welches Mittel setzt ihr momentan ein?

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