Wenn das Wetter mal nicht so mitspielt oder man aus anderen Gründen nicht mit dem Hund nach draußen gehen kann oder man einfach zwecks Abwechslung Spiele für drinnen oder auch für den Garten sucht, dann müssen es nicht immer teure, gekaufte Spiele sein. Mit vielen Dingen, die man im Haushalt hat, lassen sich wunderbar kleine Spiele zur Beschäftigung und zur geistigen Auslastung basteln. Heute möchten wir euch einige dieser Spiele vorstellen, die wir zurzeit gern nutzen und die alle ganz einfach selbst gebastelt werden können.

Das Tolle an vielen Spielen ist, dass sie abwechslungsreich sind und einfach mal eine Alternative zu den „Standardspielen“ wie Ball werfen usw. darstellen. Zudem kann man viele dieser Spiele immer wieder variieren und leicht abändern oder Schritt für Schritt aufbauen und etwas erschweren. Viele der Spiele, die wir nutzen sind so ausgelegt, dass Halter und Hund zusammen spielen, anders als zum Beispiel bei Spielzeug bei denen der Halter aus Auffüller (es werden z.B. Leckerlies in ein Spielzeug gefüllt) dient und der Hund dann mit dem Spielzeug allein gelassen wird und im Grunde genommen vom Spielzeug belohnt wird. Dies sind natürlich absolut legitime Spiele und auch diese Spiele haben ihre Daseinsberechtigung und können sehr nützlich sein. Nur hat es auch viele Vorteile, wenn Halter und Hund zusammen spielen und der Hund vom Halter belohnt wird. Vorteile dieser Art des Spielens können sein: der Hund muss die Aufgabe korrekt ausführen und lernt Sorgfältigkeit. Der Hund wird zum Nachdenken angeregt, um die Aufgabe in unserem Sinne zu erledigen. Nur bei korrekter Ausführung wird er vom Halter belohnt. Spielt der Hund allein mit einem Spielzeug, kann er so spielen wie er möchte. Gemeinsames Spielen fördert außerdem die Bindung zwischen Hund und Halter, was sich auch auf alle anderen Bereichen des Zusammenlebens auswirken kann. Mensch und Hund fungieren beim gemeinsamen Spielen als Partner und der Hund orientiert sich mehr an uns Menschen.

 

  1. Formen aus Pappe

Bei diesem Spiel schneidet man verschiedene Formen wie Viereck, Dreieck, Kreis, Halbkreis etc. aus Pappe aus und sucht sich für jede Form eine Handlung oder einen Trick aus. Dies kann z.B. folgendermaßen aufgebaut sein: Viereck bedeutet die Form mit der Pfote berühren, Dreieck bedeutet Hinlegen, Kreis bedeutet eine Drehung machen, Halbkreis bedeutet Sitz usw. Es ist ganz egal welche Form was bedeutet, nur sollte dies immer gleich bleiben, wenn man es einmal festgelegt hat. Zur Erinnerung und falls man das Spiel mal eine längere Zeit nicht spielt, kann man die Bedeutungen einfach auf die Rückseite der Pappe schreiben. Anfangen sollte man zunächst nur mit einer oder zwei Formen. Die anderen Formen können später hinzugefügt werden. Auch empfiehlt es sich zunächst mit einer leichten Übung anzufangen wie bspw. Sitz oder Platz. Wichtig bei dieser Art des Spielens ist es dem Hund erst einmal keine Tipps zu geben. Dies ist meist schwieriger als gedacht. Man neigt sehr schnell dazu dem Hund einen Hinweis zu geben. In diesem Fall geht es aber darum, dass der Hund selbst zum Nachdenken angeregt wird. Manchmal fühlen sich 10 Sekunden dann wie eine Ewigkeit an. Aber viele Hunde bieten früher oder später von ganz allein eine Handlung an und sobald die richtige dabei ist, belohnt man de Hund natürlich sofort. Beim zweiten und dritten Mal klappt es dann meist schon viel besser. Es macht zudem auch wirklich Spaß dem Hund beim Nachdenken zuzuschauen. Man kann richtig beobachten wie sie sich verschiedene Strategien überlegen. Kommt ein Hund gar nicht auf die Lösung, kann man natürlich eine kleine Hilfe geben. Dennoch sollte man dem Hund erst ausreichend Zeit geben selbst nachzudenken. Dies fordert den Vierbeiner viel mehr als einfach nur einen Befehl auszuführen. Bei den nächsten Kärtchen sowie bei den nächsten Spielen wird es gleich deutlich schneller gehen. Wenn der Hund diese Art des Spielens noch nicht gewohnt ist, dann dauert es am Anfang erst ein bisschen, denn er muss quasi erst lernen, dass er selbst denken und ausprobieren soll.

  1. Schachtel mit Leckerchen

Für dieses Spiel benötig man eine kleine Schachtel mit Deckel. Sehr gut eignen sich Pappschachteln. Diese können groß oder klein sein, gern kann man auch verschiedene Schachteln nutzen, um das Spiel abwechslungsreicher zu gestalten. Die Schachteln können auch auf die Größe des Hundes angepasst werden, wobei die meisten Hunde mit fast jeder Größe zurechtkommen. Schuhkartons, kleine Käseschachteln von bspw. Camembert oder ähnliches eignen sich sehr gut. Man dreht die Schachtel um und sticht oder bohrt zwei Löcher in den Boden. Durch diese zieht man eine Schnur und bindet diese innen zusammen, sodass außen eine Schlaufe entsteht, an der der Hund den Boden abziehen kann. In den Deckel legt man nun ein Leckerli und schließt die Schachtel. Der Hund soll den Boden an der Schlaufe wegziehen und so die Schachtel öffnen, um an das Leckerchen zu kommen. Zu Beginn hält man dem Hund die Schachtel einfach nur hin ohne Hilfestellung und völlig ohne Kommentar. Der Hund soll selbst zum Ausprobieren und Denken angeregt werden.

  1. Flasche an Stab zum Drehen

Bei diesem Spiel nimmt man eine leere Plastikflasche und bohrt am Hals zwei Löcher auf der gleichen Höhe in die Flasche. Durch diese beiden Löcher schiebt man einen kleinen Holzstab oder ähnliches. Der Holzstab sollte etwas unterhalb der Öffnung sein, sodass er die Öffnung nicht versperrt. Die Flasche sollte sich am Stab leicht drehen lassen. Nun füllt man einfach ein paar Leckerchen in die Flasche und hält die Flasche außen an den Stäben fest. Der Hund muss mit seiner Nase oder Pfote gegen die Flasche stupsen, um diese so weit zu drehen, dass ein Leckerchen aus der Öffnung herausfällt.

  1. Teebeutelsuchspiel

Für dieses Spiel benötigt man nur zwei Teebeutel der gleichen Sorte. Man lässt den Hund in einem Raum warten und begibt sich in einen anderen Raum. Dort versteckt man einen der beiden Teebeutel. Zunächst sollte es ein sehr einfaches Versteck sein. Der Teebeutel kann zu Anfang auch einfach sichtbar in den Raum gelegt werden, damit der Hund zu Beginn möglichst schnell zum Erfolg kommt. Nun geht es zurück zum Hund. Man lässt diesen an dem zweiten Teebeutel der gleichen Sorte schnüffeln und schickt ihn dann mit einem Kommando wie z.B. „Such“ in den anderen Raum. Zeigt er den zweiten Teebeutel an oder nimmt ihn sogar auf und bringt ihn, gibt es direkt eine Belohnung. Im weiteren Verlauf kann der Teebeutel natürlich schwieriger versteckt werden. Diese Übung sollte zu Beginn nur ca. drei bis vier Mal pro Übungseinheit gemacht werden. Sie fordert die meisten Hunde sehr, vor allem wenn der Teebeutel etwas schwieriger versteckt ist. Es empfiehlt sich lieber zwei oder drei Mal am Tag eine kurze Einheit einzubauen anstatt zu oft hintereinander während einer Übungseinheit.

Wir würden gern erfahren wie euch die Spiele gefallen und wie euch der Ansatz des selbständigen Lernens bei einigen Spielen gefällt? Fiel es euch am Anfang auch so schwer dem Hund keinerlei Tipps zu geben?

Habt ihr noch weitere Spielideen zum Selbermachen?

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