Wart ihr schon einmal mit eurem Hund auf Reisen? Hier könnt ihr nachlesen, welche Erfahrungen wir mit unserem Vierbeiner im Urlaub gemacht haben. Dieses Mal beim Reisen in die Schweiz.

Wir möchten euch gern einen Überblick zu folgenden Punkten geben:

  1. Einreise und Ausreise mit Hund
  2. Vor Ort mit Hund – eigene Erfahrungen
  3. Unterkunft/Art der Unterkunft
  4. Reisezeit
  5. Highlights

Urlaub in der Schweiz mit Hund

  1. Einreise und Ausreise mit Hund

Wir sind aus Norddeutschland komplett durch Deutschland gefahren sowie ein kleines Stück durch Österreich und dann in die Schweiz. Man könnte auch den direkten Weg in die Schweiz aus Süddeutschland nehmen, was wir an diesem Tag aufgrund der Verkehrslage nicht gemacht haben. Wir haben die Strecke in zwei Abschnitte aufgeteilt und haben in der Nähe von Würzburg einmal übernachtet. Wir wurden weder an der Grenze zu Österreich noch an der Grenze zu Deutschland kontrolliert und mussten auch keine Papiere vorzeigen. Dennoch sind natürlich ein gültiger EU-Heimtierausweis inklusive Nachweis der Tollwutimpfung sowie ein Chip Pflicht. Es dürfen maximal fünf Hunde mit in die Schweiz gebracht werden.

 

  1. Vor Ort mit Hund – eigene Erfahrungen

Die Schweiz ist unseren Erfahrungen nach zu urteilen ein sehr hundefreundliches Land. Zum einen sieht man sehr viele Hunde und Hundehalter und zum anderen haben wir die Erfahrung gemacht, dass eigentlich (fast) alle Menschen Hunden und Hundehaltern gegenüber sehr nett und aufgeschlossen waren. Hundebegegnungen auf der Straße verliefen deutlich entspannter als aus meiner Erfahrung heraus in Deutschland oft der Fall. Wenn ein Hund hier und da mal gebellt, getobt oder ähnliches hat dies niemanden gestört, sondern wurde ganz im Gegenteil eher freudig beobachtet und belächelt. Ich hatte das Gefühl mit dem Hund draußen auf der Straße immer freundlich angelächeltzu werden. Sehr angenehm ist, dass wirklich sehr viele Kotbeutel Stationen sowie Papierkörbe aufgestellt sind. (Angeblich sind die Kotbeutel eine Schweizer Erfindung.) Unserer Erfahrung nach zu urteilen wird auf Sauberkeit sehr geachtet. Sehr selten lange Kothaufen irgendwo an der Straße.

In der gesamten Schweiz gilt generell Leinenpflicht – vor allem natürlich in Orten und Städten. Es gibt allerdings auch immer wieder leinenfreie Zonen und Gebiete und in dem Ort Ascona, in dem wir Urlaub gemacht haben auch eine Hundebadestelle direkt am „Lago Maggiore“.

Mit Fahrrad und Hund unterwegs

Eine weitere wunderbare Route für Hunde und Menschen ist ein Spaziergang oder auch eine Fahrradtour am Fluss „Maggia“. An diesem Fluss entlang führt eine ca. 3km lange Strecke an der Hunde ohne Leine laufen gelassen werden dürfen. Man trifft hier auch immer einige andere Hundebesitzer, aber es ist – jedenfalls unserer Erfahrung nach – nicht überfüllt und insgesamt auch genug Platz, dass sich alle frei bewegen und auch aus dem Weg gehen können. Auch hier gibt es eine geeignete Stelle an der die Hunde ins Wasser des Flusses können. Man kann hier sehr lange Spaziergänge entlang der Maggia machen oder wie in unserem Fall auch eine Fahrradtour. Viele schöne Plätze am Rand des Flusses laden zum Pause machen und picknicken ein. Entlang der Strecke trifft man immer wieder einige andere Leute sowie einige Hundebesitzer, aber es kam uns zu keiner Zeit überfüllt vor. Streckenweise waren wir auch ganz allein.

Wanderung im Verzasca Tal

Ein weiterer Ausflug, den wir hier mit Hund unternommen haben, war eine Wanderung im Verzasca Tal. Mit dem Auto sind wir bis nach Lavertezzo gefahren und von dort aus über die „Ponte dei Salti“ bis nach Motta gelaufen. Immer entlang des wunderschönen Flusses Verzasca, der seinen Namen der schönen grünen Farbe verdankt. Mit vielen kleinen Pausen auf den wunderschön geformten und marmorierten Steinen sind wir ca. 10 km gewandert. Man könnte durchaus einen ganzen Tag bis nach Sonogno wandern. Auf diesem Weg sind uns ebenfalls viele freundliche Hundebesitzer entgegengekommen. Hier gilt allerdings soweit wir es sehen konnten durchweg Leinenpflicht. Das hat uns nicht sonderlich gestört, es war eine tolle und wunderschöne Wanderung und unserem Hund hat es prima gefallen.

 

Die tibetische Brücke…

Ebenfalls sehr gut mit Hund machbar, aber ein kleines bisschen anspruchsvoller ist eine Wanderung von Monte Carasso bis nach Curzútt und von dort weiter zur tibetischen Brücke und von dort über Sementina oder San Dependente zurück nach Monte Carasso.
In Monte Carasso kann man sein Auto an einem Parkplatz direkt an der Seilbahnstation abstellen. Von hier steht es einem frei die Seilbahn zu nehmen (Hunde sind in der Seilbahn erlaubt) oder zu Fuß bis nach Curzútt den Berg hinauf zu wandern. Zu Fuß dauert dies ca. 1 Stunde. Da die Seilbahn aufgrund des Windes nicht fuhr als wir dort waren, sind wir zu Fuß gegangen. Der Weg ist relativ anspruchsvoll, da es stellenweise schon relativ steil und eng ist. Für unseren Hund war das kein Problem, kann aber natürlich je nach Hund auch anders aussehen. Für uns Menschen war es hier und da schon recht anstrengend und wir haben immer mal wieder kurze Pausen eingelegt und den Ausblick genossen. In Curzútt angekommen gibt es die Möglichkeit eine größere Pause zu machen. Hier stehen Picknicktischen und ein Brunnen mit Trinkwasser bereit. Auch hat man eine herrliche Aussicht auf das Tal. Von Curzútt bis zur tibetischen Brücke „Carasc“ ist der Weg einfacher, aber stellenweise geht es dennoch bergauf und der Weg ist schmal. Auch hier sind uns immer wieder andere Wanderer mit Hund entgegengekommen. Die tibetische Brücke ist sowohl für Zwei- als auch für Vierbeiner eine kleine Herausforderung. Es handelt sich um eine 270 Meter lange Hängebrücke. Hier muss man natürlich für sich selbst und für seinen Hund wohlüberlegt abschätzen, ob man die Brücke überqueren möchte. Wir haben einige Vierbeiner gesehen, die die Brücke ohne Probleme überquert haben. Unser kleiner Begleiter ist sehr mutig losmarschiert und ungefähr bis zu einem Drittel der Brücke gekommen. Dort habe ich gemerkt, dass ihm zunehmend unwohl wurde, da der Wind hier doch recht stark war und die Brücke etwas schaukelte. Da er mit seinen 8kg noch recht leicht ist, haben wir ihn das weitere Stück getragen. Das war überhaupt kein Problem für ihn. Wäre Tragen keine Option, wären wir sicherlich einfach zurückgegangen. So haben wir es im Übrigen auch von anderen Hundebesitzern gesehen, dessen Hunde nicht über die Brücke gehen mochten.

…eine Herausforderung für Mensch und Hund

Von der anderen Seite geht es dann weiter in einem Bogen zurück den Berg hinunter bis nach Monte Carasso. Hier kann man sich zwischen zwei Strecken entscheiden. Möglich ist der kürzere, aber sehr steile und dadurch stellenweise sehr anspruchsvolle Weg über Sementina oder der etwas längere, aber flachere Weg über San Dependente. Alles in allem hat die Tour inklusive mehrerer Pausen ca. 3,5 Stunden gedauert. Eine wirklich lohnenswerte Tour für Mensch und Hund, die aber stellenweise deutlich anspruchsvoller ist als zum Beispiel die Touren entlang der Flüsse „Maggia“ oder „Verzasca“. Nimmt man die Seilbahn von Monte Carasso nach Curzútt, kann man sich einen relativ anstrengenden Teil der Strecke ersparen und verkürzt die Gesamtdauer der Tour auf ca. 2,5 Stunden.

 

  1. Unterkunft

Wir haben in einer Ferienwohnung mit kleinem Garten gewohnt, die bestens für zwei Personen und einen Hund geeignet war. Soweit wir festellen konnten, ist es kein Problem eine Ferienwohnung mit Hund zu bekommen. Oft war die Anzahl der Hunde allerdings auf ein bis zwei Tiere beschränkt. Es könnte also schwieriger sein eine Ferienwohnung mit mehr als zwei Hunden zu finden.

  1. Reisezeit

Wir sind rund um Ostern in Ascona in der Schweiz gewesen, was für uns eine sehr angenehme Reisezeit war. Wir hatten durchweg sehr gutes Wetter mit viel Sonnenschein und Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad. Bei den Wanderungen in den Bergen und in etwas höherer Lage waren die Temperaturen etwas niedriger bei ca. 12-16 Grad. Da die Sonne aber durchweg schien, fühlte sich dies immer etwas wärmer an. Eine leichte Jacke oder ein dünner Pullover haben für uns ausgereicht. Unten im Tal waren wir eigentlich immer mit kurzer Hose und T-Shirt oder einem leichten Pullover unterwegs. Im Schatten hat man den Pullover durchaus noch benötigt, während man in der Sonne sehr gut im T-Shirt sitzen konnte. Über die Ostertage war natürlich an einigen Stellen und Sehenswürdigkeiten deutlich mehr los als an den Tagen davor oder danach. Dennoch kam es uns nicht zu überfüllt vor.

 

  1. Unsere Highlights im Überblick
    • Viele Wandermöglichkeiten, die eigentlich immer sehr gut mit Hund machbar sind
    • Wunderbares Wetter, viele Sonnenstunden das ganze Jahr über
    • Wanderung im Verzasca Tal ein absolutes Highlight und daher ein Muss

 

Wart ihr schon in der Schweiz oder auf anderen Reisen mit eurem Vierbeiner? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht und an welchen Orten wart ihr genau?

 

7 Comments

  • Ulrike

    Was für ein schöner Reisebericht, der die Dinge wirklich auf den Punkt genau beschreibt.
    Ich kann nur aus eigener Erfahrung bestätigen, dass man an den Lago Maggiore und in seine schönen Täler sehr gut mit Hund reisen kann.

  • Toller Reisebericht und es freut mich natürlich das du die Schweiz so positiv erlebt hast😃 Da wir erst seit gut zwei Monaten zurück sind in unserer geliebten Heimat hab ich jetzt tolle Wandertipps von dir. Danke viel mals!
    Da unsere Labrador Hündin Nera in den USA zu uns gestossen ist kann ich dir viele Tipps für Kanada, USA und ganz Zentralamerika geben. Schau doch mal rein bei http://www.zuhauseaufreisen.ch. Liebe Grüsse Bettina & Nera

    • Kaja

      Hallo Bettina,
      vielen Dank für deinen netten Kommentar. Ja, die Schweiz hat uns wunderbar gefallen. Ich würde sofort wieder hinfahren.
      Ich schau direkt mal in eure Reisetipps.
      Danke 🙂
      Liebe Grüße
      Kaja

  • Kleine Bemerkung aus der Schweiz: in der Schweiz gibt es KEINE generelle Leinenpflicht!
    1. Gibt es kein Schweizerisches Hundegesetz, sondern kantonale, regionale, Gemeinde…
    2. Im Wald gibt es nur vom 1. April bis 15. Juli je nach dem eine Leinenpflicht…
    3. auf der Heide eigentlich gar nicht…
    4. Die Kotbeutel heissen Robidog und die entsprechenden Spender Robidogspender…
    5. Wandern mit Hund ist in den Alpen immer ein Erlebnis…
    Herzlichst
    MeinFerienhund.ch

    • Kaja

      Hallo Andrea,
      vielen Dank für deine Hinweise.
      Ich hatte im Vorwege und während unserer Reise in der Schweiz nach den Regeln für Leinenpflicht geschaut und dort diese Informationen gefunden, wenn es KEINE generelle Leinenpflicht gibt, dann umso besser. Das freut mich! Vielen Dank für die Information.

      Ja, die Kotbeutel nennen wir hier so, aber du hast recht an den Spendern steht überall Robidog. Weißt du denn, ob es tatsächlich eine Erfindung aus der Schweiz ist? Uns ist es wirklich positiv aufgefallen, dass es überall sehr sauber war.

      Ich stimme dir absolut zu, dass Wandern in der Schweiz ein tolles Erlebnis ist, daher wollen wir auch bald wieder hin.
      Hast du noch eine Empfehlung für einen Ort mit Hund und schönen Wandermöglichkeiten?

      Viele Grüße in die Schweiz!

      Kaja und Arthur

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